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Weihnachten ist nichts für People Pleaser – 3 Tipps für entspanntere Feiertage als HSP

Hochsensible wünschen sich meistens nichts sehnlicher als ein harmonisches, friedliches und entspanntes Weihnachtsfest – ohne übergriffige Kommentare, ohne Stress und ohne Drama.

Und sie tun meist auch alles dafür, um das zu erreichen oder zu bewahren. Das heißt, sie achten penibel darauf, dass sich alle in ihrer Gegenwart wohl fühlen, versuchen, es allen recht zu machen, alle Erwartungen zu erfüllen und sorgen für Ausgleich, bevor die Stimmung zu kippen droht (= People Pleasing par excellence ;-)).


Natürlich ist es so, dass sich ein harmonisches Umfeld besonders positiv auf uns Hochsensible auswirkt – vorausgesetzt, es entsteht natürlich. Harmonie lässt sich allerdings nicht erzwingen (denn das ist ja an sich schon unharmonisch ;-)).


Aber der wichtigste Punkt: Du bist niemals alleinig dafür verantwortlich, dass es harmonisch ist oder bleibt. Für ein harmonisches Miteinander sind nämlich IMMER ALLE Anwesenden verantwortlich. (Lies den Satz gerne nochmal ;-)).


Wenn du dich also fragst, wie du es heuer schaffst, dass das Weihnachtsfest harmonisch wird und bleibt, wie du es schaffen kannst, dass sich alle wohl fühlen und niemand einen blöden Kommentar lässt etc., kommt nun die bittere Wahrheit:


GAR NICHT, WEIL es NICHT alleine in deiner Hand liegt. Du kannst nur DEINEN Teil dazu beitragen, dass es harmonisch wird (was du bestimmt tust). Der Rest liegt NICHT in deiner Hand. Du kannst ja nicht kontrollieren, was andere sagen oder tun oder ob sie schlecht gelaunt zum Fest erscheinen. Daher:


„If it’s out of your hands, it deserves freedom from your mind too.“


Frei übersetzt bedeutet das so viel wie: Wenn etwas nicht in deinen Händen liegt, dann sollte es auch keinen Platz in deinen Gedanken einnehmen.


Falls du dich nun fragst, wie du es dann bitte trotzdem schaffen kannst, dass die Feiertage FÜR DICH entspannter werden, dann bist du hier nun genau richtig! Ich habe dir nämlich nun 3 wertvolle Tipps mitgebracht.


Tipp #1: Stell dir andere Fragen


Anstatt mit deinen Gedanken immer um das Wohl der anderen zu kreisen à la „Was muss ich tun, damit ALLE sich wohl fühlen?“, „Was kann ich tun, damit X nicht eintritt?“ oder „Wie kann ich dafür sorgen, dass niemand meine Grenzen überschreitet?“ (übrigens alles Dinge, die NICHT in deiner Hand liegen), stelle dir lieber Fragen wie:

  • Was kann ich tun, damit ICH mich (hier) wohl fühle?

  • Was brauche ICH, um mich hier wohl zu fühlen?

  • Was kann ICH tun oder sagen, wenn jemand meine Grenze überschreitet?

  • Was kann ICH tun oder sagen, wenn X eintritt?

Schreibe dir am besten eine Liste mit potenziellen Szenarien (Aussagen, Situationen etc.), die eintreten und dein Harmoniebefinden beeinträchtigen können UND überlege dir zu jedem Szenario mindestens 3 Möglichkeiten, wie DU darauf reagieren kannst. So holst du dir die Kontrolle über dein Leben wirklich zurück, nämlich indem du dich auf die Dinge fokussierst, die du auch beeinflussen kannst: deine Gedanken, deine Einstellung und dein Handeln.


Tipp #2: Respektiere deine eigenen Grenzen


Vermutlich sagst du dir öfter so Sachen vor wie „Ist ja nicht so schlimm!“, schluckst deine Emotionen runter und reißt dich – der Harmonie wegen – zusammen. Du willst schließlich nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen und wegen so einer Kleinigkeit nun zu streiten, zahlt sich absolut nicht aus (schon gar nicht zu Weihnachten!).


Das kann natürlich hin und wieder diplomatisch sein, beispielsweise im Beruf. Die Gefahr dabei ist jedoch, vor allem, wenn es zur Gewohnheit wird und du IMMER alles runterschluckt, dass du immer wieder dieselben Situationen erlebst, nämlich dass Menschen deine Grenzen überschreiten, dich verletzen, kränken etc. und du es zulässt, indem du es stillschweigend über dich ergehen lässt (auch bekannt als die "Augen-zu-und-durch-Methode").


Und mit der Zeit sammeln sich all diese „Ist ja nicht so schlimm“-Momente wie in einem großen Fass, das irgendwann voll ist und entweder explodiert oder implodiert (dies kann sich z.B. in Form einer Depression oder Burnout zeigen).


Und der einzige gesunde Weg aus diesem Teufelskreis raus, ist, deine „Ist ja nicht so schlimm“-Momente ERNST zu nehmen, DICH selbst, DEINE Gefühle und Bedürfnisse dahinter wichtig zu nehmen und in einem weiteren Schritt anderen entsprechend zu kommunizieren und/oder zu handeln.


Wichtig: Nur, wenn wenn du selbst davon überzeugt bist, dass du ein Recht darauf hast, Situationen zu verlassen, die dir nicht gut tun, dass dich Aussagen verletzen dürfen, dass du sagen darfst, wenn du etwas nicht möchtest etc., wird es dir im nächsten Schritt auch viel leichter fallen, dafür einzustehen (ob verbal und/oder nonverbal).


Hilfreiche Affirmationen für dich:

  • Meine Bedürfnisse sind wichtig. Ich bin wichtig.

  • Ich habe das Recht, für mich und meine Bedürfnisse einzustehen.

  • Mein Wohlbefinden / Meine (mentale) Gesundheit hat oberste Priorität.

  • Ich bin in jedem Moment meines Lebens frei - frei zu gehen, frei (anders) zu handeln, frei (anders) entscheiden.


Tipp #3: Sorge gut FÜR DICH


24/7 von anderen Menschen umgehen zu sein und das vielleicht sogar noch mehrere Tage am Stück ist nichts für Hochsensible – schon gar nicht, wenn es sich dabei um ein toxisches Umfeld handelt bzw. viele Energieräuber gleichzeitig am Werk sind.

Plane dir daher bewusst Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten ein. Dies kann ein Spaziergang zwischendurch, ein Mittagsschlaf oder ein verkürzter Familienbesuch sein (du musst nicht immer überall „bis zum Schluss“ bleiben ;-)).


Überlege dir am besten bereits vorab sogenannte „Exit-Strategien“. Eine Klientin meinte mal, dass sie beispielsweise gerne zwischendurch in die Küche geht und sich um Geschirr & Co kümmert, um etwas Abstand von den ganzen Diskussionen, der Lautstärke und den Energien der anderen zu bekommen.


Was auch immer es für dich ist: Sorge jedenfalls gut FÜR DICH und suche gezielt nach Strategien und Lösung, die sich bei dir umsetzen lassen.


Hilfreiche Affirmationen:

  • Was andere denken, darf mein Leben nicht lenken.

  • Ich bleibe gut bei mir und sorge gut für mich.

  • Ich bin nicht auf der Welt, um die Erwartungen von andere zu erfüllen – weder die ausgesprochenen, noch die unausgesprochenen, weder die meiner Eltern noch die meines Partners/meiner Partnerin.


Ich hoffe, die Impulse waren hilfreich für dich und du konntest dir etwas für dich mitnehmen. Ich wünsche dir noch eine wunderschöne Adventzeit und dass es dir gelingt, auch an Weihnachten gut für dich zu sorgen!


Von Herzen

deine Julia (Hesse)


P.s.: Wenn du nun gerne tiefer gehen möchtest, dann lade ich dich ganz herzlich zur HSP-Community, mein 12-Wochen-Programm für mehr Leichtigkeit als HSP, ein. Dabei wird es ein ganzes Modul nur um People Pleasing gehen. Weitere Themen werden u.a. Reizüberflutung, Energieräuber und Overthinking sein.


Nähere Infos und Anmeldung findest du auch auf meiner Website: https://authentisch-ich.at/hsp-community/




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