Der Begriff „Gefühlsstarke Kinder“ wurde in den letzten Jahren von der Journalistin Nora Imlau geprägt, die 2018 den Bestseller „So viel Freude, so viel Wut“ im Kösel-Verlag herausgegeben hat. Die Autorin selbst erwähnt den Begriff „Hochsensitivität“ in ihrem Buch nicht, jedoch beschreibt sie gefühlsstarke Kinder als meist sehr sensibel. Aus der Erfahrung in meiner psychotherapeutischen Praxis reagieren hochsensitive Kinder manchmal dann „gefühlsstark“, wenn sie überreizt sind und noch nicht gelernt haben, mit ihren starken Emotionen umzugehen.
Gefühlsstarke Kinder zeichnen sich durch eine bestimmte Kombination einiger Temperamentsmerkmale aus. Ihr Aktivitätsgrad ist sehr hoch, sie sind sehr stark in ihren Emotionen und Ausdrucksweisen und diese Kinder haben meist große Probleme, sich selbst zu regulieren. Oft sind sie auch leicht ablenkbar und es fällt ihnen schwer, sich an ein wechselndes Umfeld anzupassen. Je ausgeprägter diese Eigenschaften sind, desto schwieriger ist der Umgang mit einem gefühlsstarken HSK (je nachdem, wie gut sich das häusliche und schulische Umfeld darauf einstellen können). Wichtig ist, einem gefühlsstarken HSK zu helfen, wie es lernen kann, seinen Gefühlen auf angemessene Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Scheue Dich nicht, gegebenenfalls Hilfe in Anspruch zu nehmen!
Tipps für den Umgang mit einem hochsensitiven Kind:
😊 Es so sein lassen, wie es ist! (Dein Kind ist ok!)
😊 Sich in Geduld üben! (Vieles dauert mit einem hochsensitiven Kind länger.)
😊 Auf Struktur achten (räumlich, zeitlich, organisatorisch)!
😊 Eine Balance zwischen „Schützen“ und „Stupsen“ finden! (Hochsensitive Kinder brauchen Verständnis für ihre Zurückhaltung sowie Ermutigung zu neuen Erfahrungen gleichermaßen.)