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Vielbegabt & sensibel – und jetzt?


Vielbegabt & sensibel – und jetzt? Beruflich ankommen auf deine vielschichtige Art und Weise


Du hast tausend Interessen, lernst blitzschnell, denkst vernetzt, gehst gerne in die Tiefe und gleichzeitig fühlst du intensiver als andere? Willkommen im Spannungsfeld zwischen Scanner-Persönlichkeit und Hochsensibilität (HSP). Ein ständiger Akt zwischen Überforderung und Unterforderung, dem Wunsch nach beruflich Ankommen und der Angst, ein Themenfeld aufgeben zu müssen. Was sich erstmal sehr kompliziert anhört, kann deine größte Stärke werden und dein Leben bereichern, wenn du lernst, deine Persönlichkeitsmerkmale bewusst zu steuern.


Was bedeutet Hochsensibilität (HSP)?


Der Begriff Hochsensibilität wurde maßgeblich durch die Psychologin Elaine N. Aron in den 1990ern geprägt.


HSP (Highly Sensitive Person) beschreibt Menschen, die:

  • Reize intensiver wahrnehmen (Geräusche, Stimmungen, Licht, Gerüche),

  • tiefgründig verarbeiten und stark reflektieren,

  • ausgeprägte Empathie besitzen,

  • schnell überreizt oder erschöpft sind und

  • ein starkes Bedürfnis nach Sinn und Authentizität haben.


Entscheidend ist dabei das Zusammentreffen von 6 Faktoren, die HIER (Link: https://www.hochsensitiv.net/was) zu finden sind.


Hochsensibilität ist keine Diagnose, sondern ein Persönlichkeits- oder Temperamentsmerkmal. Neueste Studien (Aron, Pluess, 2018) gehen davon aus, dass etwa 20–35 % der Menschen hochsensibel sind.


Was ist eine Scanner-Persönlichkeit?


Der Begriff „Scanner“ wurde vor allem durch die Autorin Barbara Sher und ihr Buch: Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast, bekannt.


Scanner sind Menschen, die:

  • viele Interessen gleichzeitig haben,

  • sich schnell in neue Themen einarbeiten,

  • kreative Querverbindungen herstellen,

  • Abwechslung und geistige Vielfalt brauchen und

  • Routine als energieraubend empfinden.


Sie lieben das Lernen, verlieren aber oft das Interesse, sobald sie etwas „verstanden“ haben.

 

 

HSP vs. Scanner – Gemeinsamkeiten & Unterschiede

Hochsensibel (HSP)

Scanner

Fühlt intensiv

Denkt breit

Tiefgang & Bedeutung wichtig

Vielfalt & Abwechslung wichtig

Schnell überreizt

Schnell gelangweilt

Braucht Rückzug

Braucht neue Impulse

Sehr empathisch

Sehr ideenreich


Eine weitere Gegenüberstellung der beiden Anteile findest du HIER (Link: https://www.hochsensitiv.net/was)


Einzeln betrachtet können wir durch Selbstreflexion und Selbstregulationstechniken mit unseren Anteilen arbeiten. Treffen beide Anteile aufeinander, wird es spannend. Und dabei kann ich nicht nur aus meiner Beratungspraxis berichten, sondern auch aus meiner eigenen Erfahrung als HSP-Scanner. 


HSP-Scanner bewegen sich im Spannungsfeld von Reizsensibilität vs. Neugier, Tiefe vs. Vielfalt und Sicherheitsbedürfnis vs. Freiheitsdrang.


HSP + Scanner sind in der Regel unglaublich kreativ, überdurchschnittlich intuitiv und haben oft die unbewusste Begabung, Menschen „zu lesen“. Sie erfassen sehr schnell komplexe Systeme und beschäftigen sich sehr tief mit unterschiedlichen Themen. Dieser Spagat zwischen Sensibilität und Wissensdurst hinterlässt aber auch oft das Gefühl, innerlich zerrissen zu sein zwischen Reizüberflutung und Neugierde.


Es entstehen berufliche Unruhe, Selbstzweifel, Über- oder Unterforderung und ständige Neustarts, die unreflektiert beziehungsweise ohne Strategie weitere Spuren am Selbstwert hinterlassen.


Viele erleben dann ein Gefühl von: „Ich bin zu viel!“, „Ich passe nirgends rein?!“, „Warum halte ich nichts lange durch?“


Mit Strategie wird daraus jedoch ein enormes Potenzial.


Strategien für Vielbegabte & Sensible


1.     Lebe deine Vielschichtigkeit


Anstatt dich für ein Thema zu entscheiden, sortiere deine Interessen strukturiert und mit System. Überlege dir:


  • 1 Hauptprojekt (Sicherheit)

  • 1 kreatives Nebenprojekt (Neugier)

  • 1 stilles Herzensprojekt (Tiefe)


So kannst du deinen Scanner fordern, ohne dein HSP-Nervensystem zu überlasten.


2.     Arbeite in Zyklen


Starte mit einer Intensivphase. Du tauchst tief ins Thema und deine Themenbereiche ein. Volle Konzentration und damit auch hohe Produktivität und Begeisterung. Als Scanner-Persönlichkeit ist hierbei eine klare Zieldefinition sowie zeitliche Begrenzung wichtig, damit du dich nicht ganz verzettelst. Anschließend startest du mit einer Integrationsphase, die sehr oft unterschätzt wird. Du reflektierst Erkenntnisse und verarbeitest diese. Du schaffst Struktur und vernetzt dein Wissen. Hier entsteht die Tiefe, die deine hochsensible Seite benötigt, um Reize und Erfahrungen innerlich zu ordnen. Scanner profitieren davon, weil sie Muster erkennen und neue Querverbindungen entwickeln können. Nachdem in dieser Phase nach außen weniger passiert, besteht für Scanner die Gefahr, dass sie das Gefühl bekommen, zu unproduktiv zu sein. Obwohl genau in dieser Phase mentale Höchstleistung entsteht. Anschließend ist ein wenig Abstand und Regeneration wichtig um das Nervensystem wieder zu beruhigen und neue Energie zu tanken.

Auch in dieser Regenerationsphase besteht die Gefahr, dass der Scanner sofort wieder ein neues Projekt starten möchte, um die „Leerphase“ zu nutzen. Insbesondere für den hochsensiblen Anteil sind gezielte Pausen genau jetzt besonders wichtig. Dabei sind ein Spaziergang in der Natur, ausreichend Schlaf oder ganz bewusste individuelle Selfcare-Maßnahmen sehr hilfreich und einfach in den Alltag zu integrieren.


Diese Phasen können nicht nur in projektbezogener oder selbstständiger Arbeit umgesetzt werden, sondern sind auch im Alltag anwendbar. Eine ausgewogene Life Balance oder Freizeitgestaltung sowie Pausenregelungen und ein optimiertes Kalendermanagement (Pufferzeiten und fixe Pausen) helfen bei der Umsetzung. 


Reizmanagement als HSP-Scanner


Neben der zyklischen Arbeit können alternative Maßnahmen sehr hilfreich sein, um Reizüberflutung zu vermeiden:


  • Klare Arbeitszeiten oder genannte zyklische Projektphasen,

  • nur notwendige Meetings,

  • Noise-Cancelling-Kopfhörer und

  • Natur & Bewegung


Die richtige berufliche Rolle als HSP Scanner


Routinetätigkeiten sind ein wichtiger Faktor bei Reizüberflutung, jedoch ein Hindernis für Scanner. Deshalb sollten Routinen anders und individuell geschaffen werden. Für HSP-Scanner geht es vor allem um Autonomie, Sinn, Abwechslung und Tiefe. Routinen in Form von individuellen aber dennoch routinierten Pausen sind dabei ein zentraler Faktor.


Vermieden werden sollten Berufe mit stark hierarchischen Strukturen ohne Mitgestaltung, Großraumbüros ohne Rückzugsort, monotone Tätigkeiten und Dauerstress ohne Sinnbezug.


Ein wichtiger Perspektivwechsel für mehr Einklang und Zufriedenheit


HSP-Scanner ist keine Diagnose und du bist auch nicht „zu sensibel“ und auch nicht „zu sprunghaft“. Die Kombination aus Hochsensibilität und Vielbegabung ist eher wie ein Hochleistungsprozessor: Er kann extrem viel – braucht aber ein gutes Kühlsystem. Wenn du lernst, deine Energie zu managen, deine Vielfalt zu strukturieren und deine Sensibilität zu schützen, wird aus innerem Chaos Klarheit.


Und vielleicht geht es nicht darum, dich zu entscheiden, sondern darum, dir ein Leben zu bauen, das groß genug für dich ist.


Du möchtest mehr erfahren und deine beiden Anteile natürlich verbinden?


Veranstaltungstipp:


Hochsensible Scanner-Persönlichkeit & berufliche Veränderung

Klarheit gewinnen zwischen Vielbegabung, Sensibilität und Sinnsuche

Termin: 17.04.2026 um 17 Uhr

 

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