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5 Gewohnheiten, die mein Leben als HSP komplett verändert haben

Aktualisiert: 4. Feb.

Wenn ich heute auf mein Leben vor 5 Jahren zurückblicke, wundert es mich nicht, dass ich ständig müde, erschöpft und ausgelaugt war. Ich war ständig „unter Strom“. Mein Tag begann bereits stressig, dann folgten tausend To-Dos tagsüber und obwohl ich andauernd am Tun war, hatte ich permanent das Gefühl, hinterherzuhinken, nicht alles zu schaffen, zu wenig Zeit zu haben – und das, obwohl ich weder Kinder noch eine Führungsposition inne hatte. :P

 

Aber ich wollte immer alles perfekt machen, habe immer zu allem und jedem „Ja“ gesagt, körperliche Signale ignoriert, keine Pausen gemacht (außer ich wurde körperlich dazu gezwungen) und mich selbst fertig gemacht, wenn ich meinen eigenen (viel zu hohen) Ansprüchen mal wieder nicht gerecht wurde – 5 sehr ungesunde Gewohnheiten, die verhindert haben, dass ich zufriedener und ausgeglichener werden konnte.

 

Eine chronische Augenentzündung, stressbedingte Gastritis, laufende Persönlichkeitsentwicklung (Seminare, Bücher, Podcasts und Coachings) und eine weltweite Pandemie haben mir schlussendlich die Augen geöffnet und mich mein Leben komplett umkrempeln lassen.

 

Es müssen allerdings nicht immer riesengroße Veränderungen wie Kündigung, Krankheit, Umzug, Scheidung etc. sein, um Besserung in dein Leben zu bringen. Oft sind es vielmehr kleine Gewohnheiten, die du dafür konsequent umsetzt, die langfristig am meisten bringen. Und genau davon habe ich dir heute 5 mitgebracht.

 

5 Gewohnheiten, die mein Leben als HSP komplett verändert haben

 

Tipp #1: Ausreichend Lücken im Kalender lassen


Früher hatte ich so ziemlich jede freie Minute meines Kalenders verplant. Kam eine neue Anfrage hinzu und hatte ich grundsätzlich Zeit dafür, sagte ich “Ja”.


Heute frage mich nicht nur, ob ich Zeit dafür habe, sondern vor allem, ob ich (genug) Energie, Lust, ausreichend Pausen dazwischen etc. habe. Zeit ist nur EINE Komponente von vielen. Nicht nur Zeit ist eine wertvolle Ressource, sondern auch Energie. Ich lasse inzwischen außerdem immer genug Lücken für Kreativität und Spontaneität. :)


Ausreichend Lücken im Kalender zu lassen bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, zu vielen oder zumindest einigen Dingen, „Nein“ zu sagen. ;-)


Affirmationen für dich:

  • Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu mir.

  • Manchmal ist das Produktivste, das du machen kannst, eine Pause einzulegen.

  • Meine Energie ist kostbar - ich achte daher gut darauf, für wen und wofür ich sie einsetze.


Mehr zum Thema Energiemanagement für Hochsensible habe ich übrigens in diesem Artikel geschrieben.


Tipp #2: Nicht sofort antworten


Kaum kam eine neue Nachricht, fühlte ich mich gezwungen, SOFORT antworten zu müssen, was mich unglaublich stresste, zumal ich als HSP oft einfach ein bisschen Zeit brauche, bis sich alle meine Gedanken und Gefühle sortiert haben und sich Klarheit einstellt. Außerdem führte dieses sofortige Reagieren meist zu einem reflexartigen "Ja". ;-)


Daher erlaube ich inzwischen, mir die Zeit zu nehmen, die ICH brauche, um zu einer FÜR MICH guten Antwort bzw. befriedigenden Lösung zu finden. Um mir den Antwort-Druck dennoch etwas zu nehmen, schreibe ich oft etwas à la “Ich überlege noch und gebe dir Bescheid, sobald ich es weiß” oder "Ich melde mich später". ;-)

Auch Varianten wie "Ich kann dir das heute noch nicht sagen" oder "Das möchte ich gerne spontan entscheiden" sind völlig legitime Optionen.


Affirmationen für dich:

  • Ich darf mir die Zeit nehmen, die ich brauche.

  • Ich erlaube mir, mein Leben in MEINEM Tempo zu leben.

  • Nicht alles erfordert eine (sofortige) Reaktion.


Tipp #3: (Früher) gehen, wenn mir danach ist


Wie viele Hochsensible bin auch ich früher oft viiiel zu lange in Situationen verharrt, die mir nicht gut getan haben. Oft wusste ich einfach nicht, wie ich Situationen oder Gesprächen gesichtswahrend und höflich (sodass mir ja niemand böse ist! Stichwort People Pleasing) entkommen kann.


Lange Zeit dachte ich zudem, ich müsse bereits VORAB wissen, wonach mir ist und was ich brauche, muss Dinge durchziehen und darf mich nicht ständig umentscheiden. Fakt ist jedoch: Bedürfnisse können sich rasch ändern, daher darfst du flexibel bleiben, Dinge ausprobieren und wieder gehen, wenn’s dir doch zu viel wird, sich nicht (mehr) gut anfühlt etc. Das kann und muss man NICHT bereits vorab wissen!

 

Affirmationen für dich:

  • Ich bin in jedem Moment meines Lebens frei - frei zu gehen, frei anders zu entscheiden, frei zu handeln.

  • Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig.

  • Ich sorge gut für mich und meine Bedürfnisse.

 

Tipp #4: Nachfragen statt interpretieren


Oh man, was ich mir früher den Kopf zerbrochen habe über Fragen, auf die ich gar keine Antworten finden konnte wie z.B. “Warum hat er nicht geantwortet?”, “Wie hat sie das gemeint?”, "Was sollte dieser Blick wohl bedeuten?" etc.


Heute frage ich einfach nach, wenn mir etwas keine Ruhe lässt. Da ich heute zudem weiß, dass nicht alle so wahrnehmen wie ich, setze ich vieles NICHT mehr voraus (à la "Das muss er/sie doch mitbekommen/bemerkt haben!), sondern kommuniziere meine Bedürfnisse, sage, wenn mich etwas stört, frage nach etc.


Communication is key!

Affirmationen für dich:

  • Nachfragen verkürzt die Grübeldauer.

  • Ich darf sagen, wenn mich etwas stört, ich etwas nicht (mehr) möchte etc. (Andere können meine Gedanken nicht lesen.)


Mehr zum Thema Overthinking findest du ebenfalls hier am Blog.


Und last, but not least: ein meines Erachtens weit unterschätzter Punkt für Hochsensible:

 

Tipp #5: Slow Mornings


Früher habe ich das Haus bereits kurz nach dem Weckerläuten verlassen und oft erst im Büro gefrühstückt (und nebenbei die ersten E-Mails beantwortet – ja, ich weiß, unvorstellbar, wenn du mich heute kennst :D).


Den Tag bereits so stressig zu beginnen, ist nichts für Hochsensible!


Keine Sorge, du musst nun KEIN aufwendiges Morgenritual machen! Nicht die Dauer ist entscheidend, sondern das WIE.

Ob 5 Minuten meditieren, 10 Minuten spazieren gehen, 3 Minuten Stretching, 6 Minuten Journaling, 15 Minuten Yoga oder ganz etwas Anderes – WIE du deinen Tag startest ist essenziell.

Ich empfehle dir daher etwas zu finden, das sich 1. GUT für dich anfühlt und 2. LEICHT für dich umzusetzen lässt. Probier am besten einfach verschiedene Dinge aus und spüre in dich hinein, was am besten für dich ist!

Aus eigener Erfahrung kann ich dir jedenfalls sagen: Dein Körper, dein Nervensystem und deine Gesundheit werden es dir vielfach danken!


Welche Gewohnheit möchtest du gerne etablieren? Lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen oder schreibe mir eine Nachricht! Ich bin gespannt und freue mich darauf!


Du wünschst dir Unterstützung bei der Umsetzung? Dann kann ich dir von Herzen untenstehende Workshops empfehlen oder bin selbstverständlich gerne auch 1:1 für dich da.


Alles Liebe deine Julia (Hesse)








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