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Raus aus der Komfortzone oder Genuss?

Ich kann diesen Satz nicht mehr hören: "Du musst raus aus deiner Komfortzone!" - Nein, nein und nochmals nein! Hatte ich als HSP je ein Leben in der Komfortzone? Als eine, die immer wollte, dass es allen um mich gut geht. Die gewissenhaft ihren Aufgaben 150%ig nachging und die eigene "Me Time" - die Zeit für mich - so lange hinanstellte? Nein, ich durfte Genuss lernen - und darf mich immer noch immer wieder an meine Selbstfürsorge er-innern! Was hat es also mit der Komfortzone für uns HSP auf sich?


Nicht falsch verstehen, das soll kein Plädoyer für die Vermeidungstaktik sein, die auch HSP an den Tag legen. Nicht mehr am Leben teilzunehmen, sich nur noch einzuigeln, sich ins Kämmerlein zurückzuziehen, weil da draußen alles anstrengt. Ganz genau darum geht es nicht. Auch nicht darum, der inneren Arbeit erfolgreich auszuweichen, den eigenen Schatten in die böse Welt zu projizieren. Oder sich abzulenken durch alles, was zur Sucht werden kann - Alkohol, Drogen, Handy, Sex ... Eher darum, wie wir Balance finden zwischen dem Leben da draußen und dem Lebendigen in uns selbst. Wie wir uns SELBST immer mehr ent-decken und ihm Raum geben in dieser Welt. Wie wir uns SELBST IN die Welt tragen und diese ganz neu mitgestalten - ohne dabei auszubrennen!


Ich persönlich habe ja nie verstanden, wie Menschen, die mit 150 durch ihr Leben rasen, dann auch noch zum Ausgleich rennen, als wären sie auf der Flucht vor sich selbst. Mein Körper, durch den 24/7 alle Energien durchrauschen, weil ich so "designt" bin (lt. Human Design), dass ich die Gefühle anderer wie meine eigenen fühle und in alle Erfahrungen eintauchen muss, um zu erkennen, ob sie wirklich was für mich sind, braucht zum Ausgleich Ruhe und nochmals Ruhe. Meditation ist für mich die Basis des täglichen (Über-)Lebens und kein Luxus, wenn grad mal Zeit ist. Und ja, ich liebe auch Bewegung - wenn ich Salsa tanze :-) oder durch die Natur gehe und die Sonne, das Wasser, die Erde, die Luft um mich herum genieße!


Und: Ich liebe mein Sofa - mein rotes, samtiges, erdendes - auf dem ich, eingekuschelt in eine Decke, ein erhellendes Buch lese oder ein Video schaue, einen Podcast höre, der meine Seele nährt, oder auch mal ganz kitschig einen Liebesfilm streame. Mit Happy End, versteht sich, andere mag ich nicht mehr ;-). Das Leben ist in diesen Zeiten ohnehin jenseits der Komfortzone, sowohl persönlich als auch in der Welt. In Letztere darf ich nicht zu tief eintauchen, weil schon jede Nachrichtenüberschrift energetisch voll durch mein System rauscht. Nein, ich will nicht den Kopf in den Sand stecken und mich nur noch wegträumen, ich will mich auch nicht panzern, um nichts mehr zu fühlen. Ich sehe es als Geschenk, viel zu fühlen - auch wenn ich Trauer und Schmerz genauso wie Freude und Liebe tief fühle. Die Balance zu finden zwischen dem Informiertsein über das Wesen-tliche und gut bei mir SELBST bleiben, meine Schwingung hoch halten, mich gut erden und im Herzen zentrieren - DAS ist die Aufgabe, um in der Kraft zu bleiben und etwas beizutragen. Etwas Neues zu erschaffen, einen neuen Weg zu gehen, aus meinem Herzen, aus dem SELBST!

Dazu braucht es - auch - Komfort, Wellness, Wellbeing, genussvolles Leben. Damit meine ich keine Ausschweifungen und Völlereien. ;-) Ich meine das Gefühl von Sicherheit in mir SELBST, mich SELBST zu fühlen, aus meinem wahren SELBST zu leben. Dafür brauche ich Ruhe, Stille, um mich SELBST wirklich wahr-zunehmen, seine Stimme in mir zu hören, die nicht laut brüllt, sondern leise flüstern kann. Die mich durch innere Bilder führt, für die ich die Präsenz im JETZT brauche, um sie zu registrieren und ihnen folgen zu können. Das wird wichtig und wichtiger in dieser Welt, die es zerlegt, während das Neue noch nicht ganz dasteht, das in unserem Geist entsteht und als Vision am Horizont ist.

Die Intuition, die Stimme des Herzens, führt uns durch diese Zeiten. Da haben wir einen Vorteil als HSP, weil wir intuitiver sind als die meisten anderen, die Intuition erst (wieder) lernen. WIR dürfen lernen, auf sie zu achten, sie im Leben ernst zu nehmen, ihr zu folgen, in jedem Moment - sie kann überlebenswichtig werden, wenn die Stürme des Lebens toben! Dann in unserer Mitte zu bleiben, im ruhigen Zentrum des Hurrikans, ist etwas, das wir gut können als HSP. In Herausforderungen und Krisen Kräfte zu mobilisieren, die wir uns selbst nie zugetraut hätten, ruhig und besonnen zu handeln, das ist in uns angelegt. SO können wir für andere da sein, können wir ihnen ein Stück weit die Hand reichen - weil wir vielleicht etwas weiter sehen und schon erweiterter wahrnehmen.

Doch das kann ich nur, wenn ich gut auftanke und mir Komfort erlaube, wenn ich mich nicht immer wieder durchpeitsche oder mit schon erschöpften Nebennieren Eisbäder nehme oder Marathon laufe. Das ist der Weg ins Burnout - und den habe ich schon hinter mir. Den wünsch' ich niemandem zum Aufwachen - aber ich bin überzeugt davon, dass wir nicht nur durch Schmerz, sondern auch durch Freude lernen können. Und zwar freiwillig - in der Komfortzone.





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