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Wohin führt der Weg? Die Berufswahl hochsensitiver Jugendlicher


Beinahe alle feinfühligen Jugendlichen outen sich in meinen Coachings darüber, dass sie ihren Weg in das Berufsleben nicht finden können. Sie wissen nicht, welche Richtung sie einschlagen sollen und wenn sie sich einmal für einen beruflichen Weg entschieden haben, sehen sie nur allzu oft ihre Sensibilität als Hürde.

Hier folgen nun einige Tipps, wie hochsensitive Jugendliche Probleme, die an der Schnittstelle zwischen Ende der Schulpflicht und dem Eintritt ins Berufsleben entstehen, meistern können.


Grundfrage: Wer bin ich tief in meinem Innersten und was brauche ich?


Der erste Schritt auf dem Weg hin zu einem Beruf, der Freude macht und hochsensitiv-gerecht ist, ist die Innenschau. Niemand kennt sich so gut, wie du dich selbst. Als hochsensitiver Mensch hast du eine sehr gute Intuition und eine Innenschau fällt dir leichter als anderen. Frage dich daher folgendes:

  • Welche Fähigkeiten trage ich in mir? Was macht mir Freude? Was könnte ich den ganzen Tag lang tun?

  • Welche Interessen habe ich? Welche Bücher stehen in meinem Schrank? Wo kenne ich mich gut aus bzw. bei welchen Themen werde ich um Hilfe gebeten?

  • Wie fühle ich mich, wenn ich dieses oder jenes mache? Was gibt mir Energie?

  • Wofür brenne ich? Wofür wende ich gerne meine Energie auf?

  • In welcher Umgebung fühle ich mich wohl beim Arbeiten?

Lass dir für diese Fragen ruhige mehrere Tage Zeit. Beschäftige dich immer wieder mit diesen Fragen und mache am besten ein Ritual daraus. Ein guter Zeitpunkt ist der Morgen oder der Abend, um sich mit dir selbst auseinanderzusetzen. Gute Erfahrungen haben meine Jugendlichen mit kleinen Büchlein gemacht, worin sie sich regelmäßig Notizen hineinschreiben. Dabei sind aus manchen Büchlein wahre Kunstwerke entstanden, die niedergeschriebenen Gedanken wurden mit Bildern oder wunderschönen Zeichnungen untermalt. Vielleicht steckt in dir ja auch ein Künstler oder eine Künstlerin?


Erschaffe dein Leben in deinem Geist


Um deine Fähigkeiten, Talente und Interessen in eine Form zu bringen, gilt es als nächsten Schritt mittels Entspannungsmusik oder geeigneten Meditationstechniken in die Tiefen deiner Selbst einzutauchen. Von dort aus entwickelst du bildliche Vorstellungen deiner beruflichen Tätigkeit. Gerade Feinfühlige haben die Gabe, intuitive Bilder entstehen zu lassen und schöpfen aus einem unermesslichen inneren Reichtum.

So entstehen Visionen in dir, eine Richtung, in der es beruflich oder auch schulisch für dich weitergehen könnte. Somit verhinderst du, dass du dich für einen Beruf entscheidest, der am Stellenmarkt als attraktiv dargestellt wird, weil es hier derzeit viele Lehrstellen gibt oder als Beruf der Zukunft deklariert wird. Auf derartige Inserate oder verlockende Angebote sollte man nicht hereinfallen. Es wird dich schlussendlich nicht glücklich machen, einen Beruf zu erlernen oder eine Schule zu besuchen, welche gute Zukunftschancen bieten, dich aber innerlich unglücklich machen.


Auf dem Weg in den Beruf


Hast du nun eine Vorstellung davon, wie dein zukünftiges Leben beruflich aussehen könnte, geht es darum, diesen Beruf bzw. diese Ausbildung auch zu "finden". Hier holst du dir am besten bei den zahlreichen kostenlosen Berufsberatungsangeboten Hilfe.

Dort kannst du dann der Beraterin oder dem Berater schon im Vorfeld sagen, was sich bei dir als Tätigkeit herauskristallisiert hat oder was du gerne in einer Schule lernen möchtest. Und habe deine Sensibilität bitte immer im Hinterkopf. Lasse dich auf keinen Fall in der Beratung von etwas überzeugen, was sich für dich nicht stimmig anfühlt.


Achte bitte unbedingt auf das, WAS DU BRAUCHST! (Einen ruhigen Arbeitsplatz? Wenig Menschen um dich herum? …..)

Mit einem unterstützenden Beratungsprozess wird deine Vorstellung immer konkreter und verfeinert. Nun ist es an der Zeit, dir in Form eines Praktikums oder eines Schnuppertages Gewissheit zu verschaffen, ob dich deine Intuition richtig geführt hat.


Hochsensitiv in der Ausbildung


Bei der Wahl deiner Lehrstelle oder deiner Ausbildungsstätte solltest du unbedingt darauf achten, dass deine wichtigsten Bedürfnisse befriedigt werden. Wenn du beispielsweise lärmempfindlich bist, dann schau dir bereits im Vorfeld gut dein Arbeitsumfeld an und spüre hinein, ob der Arbitsplatz der richtige ist. Wenn du gerne möglichst alleine und selbständig arbeiten möchtest, dann sei bitte auch hier bei der Wahl deines Arbeitsplatzes achtsam. Erfahrungsgemäß gibt es immer Lösungen - wichtig ist hier, dass man lernt, zu sich selbst zu stehen und dass man seine Bedürfnisse kennt. Es ist erstaunlich, welche Möglichkeiten sich eröffnen, wenn man wirklich weiß, was man braucht und was man will. Lass dich überraschen!


Und zu guter Letzt der wichtigste Tipp:

Lerne dich abzugrenzen und steigere deinen Selbstwert! Je höher diese beiden Werte sind, desto besser wird es dir im Umgang mit Menschen und den Herausforderungen in der Arbeitswelt gehen.


Und nun wünsche ich dir Mut, den für dich richtigen Weg zu gehen!

Von Herzen, Gerlinde Schmid


www.io-sono.net

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